Der Orgasmuss ist tot, es lebe der Genuss!

Viele Menschen setzen lustvolle Sexualität mit einem Orgasmus gleich.
Natürlich ist ein intensiver Orgasmus eines der schönsten Erlebnisse, die es gibt. Nur, zu sehr aufs Ziel Orgasmus fixiert, geht leicht vergessen, dass es im sexuellen Erleben ja auch ums Genießen gehen kann.

So hören wir immer wieder von unseren Klienten, dass Sex anstrengend, harte Arbeit ist, die Erregung bis zum OrgasMUSS zu steigern, um dann die Entladung = die Erlösung zu erleben.

Und es gibt viele Klippen auf dem Weg, -Männer die besorgt sind, dass sie zu früh zu kommen oder sorge haben ihre Erektion zu verlieren, und Frauen die sich wenig spüren, oder den Weg zum Gipfel, den Höhepunkt gar nicht kennen.

Natürlich ist Sex eine komplexe Angelegenheit, es ist ein Zusammenspiel von Körperempfindungen, Gedanken und Gefühlen. Unser Körper ist das Instrument, auf dem wir Sex spielen.

Und wie wir den Körper beim Liebesspiel gebrauchen und einsetzten hat das einen direkten Einfluss auf unsere sexuelle Erregung und unser sexuelles Lust-erleben. Wir können mit der Erregung spielen, sie steigern, sie kanalisieren lassen bis zum Orgasmus oder wir können sie in den Körper diffundieren, ausbreiten lassen, dabei ist dann der ganzkörperliche Genuss im Mittelpunkt.

Dazu gibt es 4 körperliche Schlüssel, womit wir unser Lusterleben steuern:

-Muskelspannung
-Rhythmus
-Bewegungs-Raum
-Atem

Vereinfacht könnte man sagen, dass die Art und Weise wie wir die 4 Schlüssel gebrauchen, das Ergebnis ist wie wir unseren Sex erleben.

Die gängigste Art, um sich zu einem Orgasmus zu steigern geht so oder ähnlich: kombiniert mit Stimulation an den Genitalien durch Geschlechtsteile, Zunge, Finger oder Gegenstände macht der Körper schnellere und kürzere Bewegungen, der Atem-(Raum) wird kleiner, die Atmung flacher und die Muskelspannung in Bauch, Po, Becken und Beinen nimmt zu (teilweise wird dazu der ganze Körper mehr oder weniger angespannt).

Um das volle Spektrum an Genuss in der sexuellen Erregung zu Erleben braucht es das Erweitern bisheriger Erregungsmuster.
Ein variantenreicher, meisst auch eher langsamerer Bewegungsrhythmus hilft uns, dass wir unser Geschlecht besser und differenzierter spüren können.
Das Verlangsamen der Bewegungen führt u.a. dazu, dass die Muskelspannung eher abnimmt und das Becken (Sitz unseres Geschlechts) besser durchblutet wird. Was zur Folge hat, dass die Erektion des Mannes besser unterhalten wird und bei der Frau das “feucht werden“ ihrer Vagina (Lubrikation) fördert.

Ebenso hilft es uns, wenn wir “MeisterInnen“ unserer Lustmuskeln (gemeint sind damit die Beckenbodenmuskeln) werden und die zu unseren besten FreundenInnen werden lassen. Denn auch hier gilt: wenn wir mit unseren Lustmuskeln spielen lernen, haben wir direkten Einfluss darauf, ob wir unsere sexuelle Erregung steigern (kanalisieren) möchten oder die sexuelle Lust im Körper ausbreiten (diffundieren) lassen wollen.
Die Atmung hat ebenso ihren kausalen Zusammenhang an unserem Lust-erleben. Atmen wir ausschließlich flach in den Brustraum, wird sich das Zwerchfell wenig ausdehnen und somit weniger “innerer Raum“ spürbar. Können wir hingegen immer wieder mal mehrere Male tiefe Atemzüge nehmen, verbunden mit dem stimmlichen Ausdruck (stöhnen seufzen, aaaahhh. etc.) beim ausatmen, werden sie feststellen, dass das ein “loslassen“ bewirkt. Ein loslassen an Muskelspannung und ein loslassen an Gedanken.

Aber nicht nur körperlich sind die 4 Schlüssel von Bedeutung, sie haben ebenso Auswirkung auf unsere Gedanken- und Emotionswelt, insbesondere über die Atmung und die Muskelspannung.
Stell Dir vor, Dein Körper ist dauerhaft (und meißt auch unbewusst) muskulär angespannt, und male Dir aus, wie sich das auf Deine Gedanken und Gefühle und Emotionen auswirkt?
Wenig attraktiv?!
Lust auf ein kleines Experiment?
Spanne Deine Muskeln zunächst leicht (vielleicht nur die Fäuste) an und beobachten wie sich Deine Gedanken und Emotionen verändern. Wenn Du das noch etwas verstärken möchtest erhöhe die Muskelspannung, und/oder spanne weitere Muskeln an (Brust oder Gesäss), geht noch mehr? dann stocke Deine Atmung oder halte die Luft an. Beobachte dabei Deinen Körper, Deine Gedanken und Gefühle und wie sie sich verändern.

ACHTUNG: Bitte übertreibe es nicht, es soll mit dieser kleinen Übung nur verdeutlicht und ein wenig spürbar werden, wie die verschiedenen körperlichen Zustände sich auf unser Innerstes, unsere Gedanken, Gefühle, und Emotionen auswirken, und wie Du die Wechselwirkung zwischen körperlichen und psychischen Ebenen erleben kannst.

Und dieses Zusammenspiel von Bewegung, Rhythmus, Muskelspannung und Atmung ist komplex und essentiell auf das sexuelle Lust-erleben. Das Gute ist, dass wir zu allen Komponenten bewussten Zugang haben und lernen können, diese so zu gestalten, dass wir genussvollen Sex erleben können.
Denn Sexualität ist gelernt!

Probiere die 4 Schlüssel zu mehr Genuss aus. Zuerst am besten an Dir selbst! So lernst Du Dich noch besser kennen und kannst es mit Deinem Partner, Deiner Partnerin gemeinsam genießen. Erforscht gemeinsam Eure 4 Liebes-Schlüssel, damit Ihr Euer Liebesspiel bereichern könnt.
Scheib uns über Deine Erfahrungen, wir freuen uns.

Vielleicht möchtest Du ja auch gerne bei uns eine Massage oder ein Sex Coaching buchen, damit Du in aller Ruhe und mit unserer Begleitung Deinen Körper und Deine Lust erkunden kannst.

Und nun viel Genuss 🙂
Ihr Manu Roland Meier, Ihre Brigitta Jecko